GoPro: Alle wichtigen Infos zu der Action-Cam


Wer seinen Freunden eigene Videos vom Biken, Tauchen oder Bergsteigen vorführen will, braucht die richtige Kamera. Die Action-Cam des US-Unternehmens GoPro hat dafür Maßstäbe gesetzt. Doch welche Kamera ist die richtige? Was bietet die Konkurrenz? Ein Experte erklärt, was man braucht.

Ein Schwimmer befestigt die GoPro-Kamera an seinem Kopf. Nun sieht der Zuschauer, was er sieht. Der Australien-Urlauber springt ins Meer, als sein Kumpel plötzlich vom Felsen schreit: "Ein Hai!". Der Zuschauer sieht, wie sich ein riesiger, weißer Hai nähert – seine Augen, seine Zähne kommen näher und näher. Über 32 Millionen Mal wurde das Video auf Youtube bislang angesehen. Das ist der Vorteil des extrem leichten und hochleistungsfähigen Kameratyps: Ein mit der robusten, schlag- und wasserfesten GoPro aufgenommenes Video lässt den Zuschauer die Situation so erleben wie derjenige, der gefilmt hat.

Super-Slomo
Das ist längst kein Luxus mehr: Die "GoPro Hero", die günstigste Kamera der Produktreihe, ist für 140 Euro zu haben. Das Topmodell, die GoPro Hero5 Black für 530 Euro, filmt in 4K – der vierfachen HD-Qualität. >>

Dazu schafft sie bei normaler HD-Produktion 120 Bilder pro Sekunde. So lassen sich die besonderen Momente auch in Superzeitlupe ansehen. Der Fotomodus arbeitet mit einem zwölf Megapixel großen Sensor. Serienaufnahmen funktionieren mit satten dreißig Bildern pro Sekunde. Beim Fallschirmspringen, Kitesurfen oder Tauchen lassen sich damit außergewöhnliche Momente punktgenau festhalten.

Die Alternativen
Klar, dass längst auch andere Hersteller attraktive Kameras im Programm haben: Die Qumox SJ4000 für unter 100 Euro gilt als Alternative zur günstigen GoPro Hero, die Sony FDR-X1000 für etwa 400 Euro steht im Wettbewerb mit dem GoPro-Topmodell Hero4 Black. Doch welche ist die richtige? "Das hängt weniger von der Sportart oder dem Einsatzgebiet ab, sondern mehr von den persönlichen Vorlieben", sagt GoPro-Experte, Blogger und Buchautor Julian Breuer. "Es kommt darauf an, wie viel Geld man investieren will, ob man höchste Bildqualität erwartet, ob ein Bildschirm an der Kamera wichtig ist oder ob das Gerät besonders leicht und klein sein soll. >>
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Alles zusammen in einem Gerät gibt es nicht." Breuer dreht und schneidet selbst, schreibt darüber unter www.videobearbeitung-in-action.de und hat 2015 das Buch "GoPro! Mit Spaß und System zum spektakulären GoPro-Video" publiziert. Er rät davon ab, die nun sehr günstigen Vorgängermodelle zu kaufen: "Die Geräte haben sich so deutlich weiterentwickelt, das ist die Ersparnis nicht wert."

Das richtige Zubehör
Damit die Kamera tolle Aufnahmen liefert, ist das richtige Zubehör notwendig. Längst gibt es ein gewaltiges Sortiment an Stativen, Befestigungssystemen, Halterungen und Tauchgehäusen. Denn nur, wenn die Kamera gut und sicher ausgerichtet ist, lässt sich zuhause am leistungsstarken PC ein tolles Video aus dem Material schneiden. Doch erst die Action-sichere Befestigung am Kopf, am Brustgurt, am Surfbrett oder dem Bike lassen später die Kumpels am Bildschirm staunen. "Besonders nützlich finde ich ein Handstativ oder ein ausziehbares Teleskopstativ. Das sollte in keiner Ausrüstung fehlen", erzählt der GoPro-Experte. Er geht nie ohne nach draußen: "Hält man das Gehäuse in der Hand, sind die Aufnahmen ganz schnell verwackelt, schief, oder man hält aus Versehen den Finger vor die Linse."

Ausgleichssysteme und eine Steady Cam gegen das Verwackeln
Action bedeutetet Bewegung. Viel Geld investieren die Fans daher für Ausgleichssysteme, die "Handheld Gimbals". Das sind elektrische Kamerastabilisatoren, "die man wie ein Handstativ festhält. Die Handbewegung wird damit auf drei Achsen so ausgeglichen, dass die Aufnahme mit möglichst wenig Wackeln gelingt", erklärt Breuer, "perfekt gelingt das allerdings selten". Solche Extras, etwa vom Hersteller Feiyu-Tech, kosten zwischen 200 und 300 Euro.

Sehr nützlich gegen das Verwackeln sei auch die Steady Cam. Dieses Handstativ mache besonders ruhige Kamerafahrten möglich. "Das geschieht durch spezielle Gelenke, die meist in drei Achsen frei beweglich sind. >> Durch das Gegengewicht wird die Kamerabewegung abgefangen, die Schwenks wirken rund und weich", empfiehlt Breuer. Sie sind, je nach Qualität und Ausstattung, zwischen 30 und 300 Euro zu haben. Eine Hürde, die vor allem viele Anfänger vor Probleme stelle, seien die vielen Funktionen und Einstellungen. Mit der über Bluetooth oder WLAN verbundenen Fernbedienung, Smartphone-App oder den Symbolen am integrierten Bildschirm müsse man sich aber nicht lange aufhalten.

Die richtigen Einstellungen
Julian Breuer empfiehlt: "Eine Allzweckwaffe, mit der man kaum etwas falsch macht, ist die Einstellung mit der Auflösung 1080p, einer Frequenz von 50 Bildern pro Sekunde (fps), und der Objektiv-Einstellung 'wide'. Falls man eine weniger leistungsstarke Kamera nutzt, greift man auf die Einstellung mit 720p, 50fps, wide zurück. Damit ist man für die meisten Aufnahmesituationen sehr gut gerüstet."

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Akku-Laufzeiten und -Ersatz
Draußen gibt es keine Steckdose. Deshalb sind voll geladene Akkus die Voraussetzung für coole Actionvideos. Die Laufzeiten gibt GoPro, je nach Modell zwischen zwei und drei Stunden an. Doch wenn WLAN, Bluetooth und die Aufzeichnung aktiv sind, sei die Zeitspanne deutlich kürzer. Man braucht also griffbereiten Ersatz oder verlängert die Laufzeit durch Extra-Akkus, die sich mit einer wasserdichten Halterung an der Kamera andocken lassen.

Doch Technik sei nicht alles – ein gutes Video braucht eine originelle Idee: "Die meisten Filmer halten einfach drauf und wundern sich, warum kein geniales Video dabei heraus kommt. Man sollte sich deshalb vorher einen ungefähren Plan machen, wie der fertige Film aussehen könnte." Hier könne man sich von Youtube-Videos inspirieren lassen: "Szenen, die einem gut gefallen, kann man zum Ausprobieren einfach mal so ähnlich nachstellen."

Quelle:t-online.de


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